Wie viel Zeit und Raum geben wir neuen Ideen?

„Manchmal habe ich den Eindruck, ich bin der Einzige, der hier wirklich mitdenkt und Ideen einbringt“, klagte unlängst ein Manager bei Andrea Sutter.

Worum geht es hier? Gibt es keine Ideen unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oder gibt es bloß keine Zeit und keinen Raum, wo Ideen zum Ausdruck gebracht und ausgetauscht werden können?

Die meisten Mitarbeiter/innen denken über ihre Arbeit nach, viele haben Ideen, nur wenige sprechen diese aus und nur ganz gelegentlich werden diese auch gehört.

Wenn Unternehmen mit Situationen konfrontiert sind, wo es scheinbar keine einfachen Lösungen gibt, ist es ratsam, sich des vorhandenen Potenzials in den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu erinnern.

Um die Kreativität und Intelligenz der MitarbeiterInnen freizusetzen, braucht es Zeit und Orte, wo das geschehen kann.

Im Folgenden sind die 10 Bausteine eines Umfelds aufgeführt, das Kreativität fördert und jene Ideen zum Vorschein bringen lässt, ohne die Unternehmen weniger erfolgreich sind, als sie sein könnten:

1. Die Qualität unserer Aufmerksamkeit bestimmt die Qualität des Denkens anderer.
Wenn wir einander Aufmerksamkeit schenken, einander mit Respekt und echtem Interesse zuhören, kommen neue, ungewohnte Ideen zum Vorschein.

2. Wenn wir einander Fragen stellen, ohne die Antworten schon im Vorhinein zu wissen, können wir zu Neuem gelangen.
Wir sind voller Annahmen, Ressentiments und Vermutungen, die unser Denken bestimmen und unsere Kreativität limitieren.

3. Hierarchisches Handeln verhindert gemeinsames Arbeiten auf Augenhöhe.
Furcht und ein soziales Gefälle sind die Feinde der Kreativität.

4. Ein förderndes Verhältnis von Würdigung zu Kritik wäre 4:1.
In einer Kultur, in der Kritik mehr Ansehen genießt als Lob und Anerkennung, erstirbt die Kreativität und das eigenständige Denken.

5. Manchmal bedeutet nichts zu tun, das richtige zu tun.
Eile und Dringlichkeit limitiert unsere Intelligenz.

6. Menschen brauchen Ermutigung, um über ihre Grenzen hinauszudenken.

7. Gefühle müssen zugelassen werden, um zu Neuem kommen zu können.
Es gibt keine Kreativität ohne Emotion, also E-motion im Wortsinn: innere Bewegung auf etwas hin.

8. Das Teilen von relevanten Informationen ist nötig, damit Menschen ein vollständiges Bild der entsprechenden Realität erhalten.
Das bewusste Zurückhalten von Informationen als Strategie zum Machterhalt und zum Ausbauen der persönlichen Position erschwert Mitarbeitern selbständiges Denken und den Zugang zu ihren intelligenten Ideen.

9. Kreativität braucht Räume.
Menschen benötigen auch physische Räume, um ihren Ideen freien Lauf lassen zu können, Räume, die den Menschen vermitteln, dass ihre Ideen auch gewünscht sind.

10. Vielfalt erhöht die Intelligenz von Gruppen, und die Gruppe kommt immer zu besseren Lösungen als das Individuum.
Die Unterscheide zwischen Menschen erhöhen die Qualität von Ideen und des Denkens. Homogenität ist eine Form von Verweigerung.

Wie wir alle wissen, ist ein Schlüsselfaktor für effektiven Change, die Möglichkeit der Beteiligung und Mitgestaltung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen bei der Umsetzung von Veränderungsvorhaben zu fördern. Die Herausforderung dabei ist, echte Dialoge, die nach den 10 Bausteinen gestaltet sind, zu ermöglichen statt Manipulation und Indoktrinierung. Erst dann werden Menschen Zugang zu ihrer Kreativität finden und ihre Ideen und Vorstellungen auch ihrem Unternehmen zu Verfügung stellen wollen. Und das gilt nicht nur für die Entwickler in den Innovationsabteilungen, sondern für alle Menschen in einem Unternehmen.

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